Fallbeispiel · Gebäudetechnik · Süddeutschland
Warum die beiden Wettbewerber nicht die richtigen Käufer waren – und wie eine Gruppenstruktur Preis, Kontinuität und Perspektive für die Führungskräfte zugleich möglich machte.
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Ein inhabergeführter Gebäudetechnik-Betrieb in Süddeutschland, ein Inhaber Anfang sechzig ohne Nachfolger in der Familie, ein Unternehmenswert von rund sechs Millionen Euro. Was in diesem Fall den Unterschied gemacht hat, war nicht der Preis, sondern die Struktur der Übergabe.
Fallbeispiel aus unserer Transaktionspraxis. Wir haben diese Übernahme auf der Käuferseite strukturiert – als Investoren einer Gebäudetechnik-Gruppe, die den Betrieb als Ergänzung erworben hat. Namen, Orte und einzelne Zahlen sind aus Vertraulichkeitsgründen verändert; Ablauf und Struktur entsprechen dem tatsächlichen Fall.
Der Betrieb war in seiner Region seit über dreissig Jahren etabliert: Heizung, Lüftung, Sanitär, mit einem wachsenden Anteil an Wartung und Service für gewerbliche Kunden. Der Inhaber hatte das Unternehmen vom Vater übernommen, es verdreifacht und führte es mit zwei Bereichsleitern, die das Tagesgeschäft weitgehend eigenständig verantworteten. Seine Kinder hatten andere Wege eingeschlagen. Zwei Anläufe, einen der Bereichsleiter als Nachfolger aufzubauen, waren an der Finanzierung gescheitert: Der Kaufpreis, den der Inhaber für seine Altersvorsorge brauchte, war mit dem Eigenkapital eines Angestellten und einem Bankdarlehen nicht darstellbar.
Als wir den Inhaber kennenlernten, hatte er bereits mit zwei Wettbewerbern gesprochen. Beide hatten Interesse gezeigt, beide hatten Preise genannt, die deutlich unter seinen Vorstellungen lagen – und beide hätten den Betrieb in ihre Struktur integriert, mit unklarer Zukunft für Standort und Belegschaft.
Die Frage war nicht, ob der Betrieb verkäuflich war. Das war er. Die Frage war, welche Käuferstruktur drei Dinge gleichzeitig erfüllen konnte, die dem Inhaber wichtig waren: ein Preis, der seiner Lebensleistung entsprach; der Erhalt des Betriebs als eigenständige Einheit mit Namen, Standort und Mannschaft; und eine Übergabe, die den beiden Bereichsleitern eine Perspektive gab.
Ein Wettbewerber konnte den zweiten Punkt nicht garantieren. Ein MBO konnte den ersten nicht finanzieren. Ein reiner Finanzinvestor hätte einen Betrieb dieser Grösse nicht allein gekauft.
Die Gruppe, für die wir als Investoren tätig waren, baute aus regionalen Gebäudetechnik-Betrieben eine Unternehmensgruppe auf – mit dem ausdrücklichen Modell, dass jeder Betrieb Name, Standort und Führung behält und die Gruppe im Hintergrund Einkauf, Finanzierung, Digitalisierung und Personalgewinnung übernimmt. Für den Inhaber bedeutete das:
Die beiden Bereichsleiter führen den Betrieb heute als Geschäftsführer. Der Umsatz ist seit der Übernahme gewachsen, vor allem im Servicegeschäft, das über die Gruppe Zugang zu grösseren gewerblichen Kunden erhielt. Der frühere Inhaber ist nach Ablauf der achtzehn Monate ausgeschieden, steht dem Betrieb aber weiter beratend zur Verfügung – und bezieht die Miete für sein Gebäude. Die Gruppe selbst wurde einige Jahre später an einen grösseren Investor verkauft; die Führungskräfte, die sich beteiligt hatten, haben davon profitiert.
Was das für Sie bedeutet: Wenn Sie einen Gebäudetechnik-, Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb führen und über die Nachfolge nachdenken, gibt es in unserem Netzwerk heute mehrere Käufer, die nach genau diesem Modell arbeiten. Ihre Suchkriterien finden Sie anonymisiert in den aktiven Suchprofilen.
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