Unternehmensverkauf · Schweiz und Deutschland
Was zwischen dem ersten Gedanken und der Unterschrift tatsächlich passiert – und woran die meisten Verkäufe Geld verlieren.
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Ein Unternehmensverkauf dauert im Mittelstand meist sechs bis zwölf Monate, und die entscheidenden Fehler passieren in den ersten vier Wochen – lange bevor ein Käufer am Tisch sitzt. Diese Seite beschreibt, wie ein Verkauf in der Schweiz und in Deutschland tatsächlich abläuft, was er kostet, und woran er scheitert.
Die meisten Unternehmer verkaufen zu spät. Nicht, weil sie zu lange gewartet hätten, sondern weil sie erst dann beginnen, wenn der Entschluss gefallen ist – und dann muss es schnell gehen. Ein Käufer bezahlt aber für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit. Wer verkaufen will, sollte drei Jahre vorher damit beginnen, das Unternehmen so aufzustellen, dass es ohne ihn funktioniert: eine zweite Führungsebene, saubere Zahlen, dokumentierte Prozesse, keine Abhängigkeit von zwei oder drei Grosskunden.
Gute Verkaufszeitpunkte sind solche, in denen die letzten drei Jahresabschlüsse eine stabile oder steigende Ertragslage zeigen, das Auftragsbuch gefüllt ist und der Inhaber noch mindestens zwölf bis vierundzwanzig Monate für eine Übergabe zur Verfügung steht. Schlechte Zeitpunkte sind die, in denen man muss: nach einem Gesundheitsereignis, im Streit unter Gesellschaftern, nach dem Verlust eines Schlüsselkunden. In solchen Situationen ist ein Verkauf immer noch möglich, aber der Käufer weiss, dass die Zeit gegen Sie läuft, und preist das ein.
Unabhängig von Grösse und Branche folgt ein professionell geführter Verkaufsprozess denselben Phasen. Was sich unterscheidet, ist die Zahl der angesprochenen Käufer und der Grad an Formalisierung.
Realistischer Zeitrahmen: sechs bis neun Monate vom Start bis zum Closing bei einem gut vorbereiteten Unternehmen; zwölf Monate und mehr, wenn die Zahlen erst aufbereitet werden müssen oder nur ein Käufer angesprochen wird.
Für ein KMU mit einem EBITDA zwischen einer halben und zehn Millionen gibt es in der DACH-Region mehr Käufer als je zuvor. Sie unterscheiden sich stark darin, was sie bezahlen und was sie mit dem Unternehmen vorhaben.
| Käufertyp | Typisches Motiv | Was er bezahlt | Was er braucht |
|---|---|---|---|
| Strategischer Käufer (Wettbewerber, Zulieferer, Kunde) | Marktanteil, Standort, Fachkräfte, Technologie | Oft am meisten, weil Synergien mitbezahlt werden | Integration; der Inhaber ist nach 6–12 Monaten meist entbehrlich |
| Beteiligungsgesellschaft (Private Equity) | Plattform für weitere Zukäufe oder Ergänzung einer bestehenden Gruppe | Marktübliche Multiples, häufig mit Rückbeteiligung des Verkäufers | Zweite Führungsebene, Wachstumspotenzial, saubere Zahlen |
| Family Office / Industrieholding | Langfristige Beteiligung ohne Weiterverkaufsdruck | Etwas unter Private Equity, dafür flexibler bei Struktur und Übergang | Stabile Erträge, Nachfolge geregelt |
| Nachfolger von aussen (MBI, Search Fund) | Eigene unternehmerische Tätigkeit | Begrenzt durch Eigenkapital und Bankfinanzierung; oft Verkäuferdarlehen | Persönlicher Fit, gute Übergabe |
| Management-Buy-out (eigene Führungskräfte) | Fortführung in bekannten Händen | Meist der tiefste Preis, aber die höchste Kontinuität | Finanzierbarkeit, oft mit Verkäuferdarlehen und Bank |
Welche Käufergruppe die richtige ist, hängt davon ab, was Ihnen wichtig ist: der Preis, der Erhalt des Unternehmens in seiner heutigen Form, die Zukunft der Mitarbeitenden oder ein schneller Abschluss. Wer nur eine Gruppe anspricht, erfährt nie, was die anderen bezahlt hätten. Eine Übersicht darüber, wer aktuell konkret sucht, finden Sie in unseren aktiven Käuferprofilen.
Der Wert eines Unternehmens und der Preis, der am Ende bezahlt wird, sind zwei verschiedene Dinge. Der Wert ergibt sich aus Bewertungsmethoden; der Preis aus Angebot, Nachfrage, Verhandlungsposition und Struktur. Für KMU im deutschsprachigen Raum liegen die bezahlten Preise typischerweise zwischen dem 4- und 7-fachen des bereinigten EBITDA, in gefragten Nischen (Software, regulierte Dienstleistungen, Wartungsverträge) auch darüber, bei stark inhaberabhängigen Betrieben darunter. Wie diese Bandbreite zustande kommt und wie Sie sie selbst einschätzen können, erklären wir auf der Seite zur Unternehmensbewertung.
Wichtiger als das Multiple ist oft die Struktur: Wird der Kaufpreis vollständig bei Vollzug bezahlt, oder in Teilen über einen Earn-out, ein Verkäuferdarlehen oder eine Rückbeteiligung? Ein Angebot über 8 Millionen mit 3 Millionen Earn-out über drei Jahre kann weniger wert sein als 7 Millionen sofort. Und wird der Preis «cash- und schuldenfrei» berechnet, kommen Bankschulden und überschüssige Liquidität zum Unternehmenswert hinzu oder werden abgezogen – ein Punkt, der bei der ersten Zahl fast immer übersehen wird.
Verkauft eine Privatperson Aktien oder Stammanteile aus dem Privatvermögen, ist der Kapitalgewinn grundsätzlich steuerfrei. Diese Regel macht den Share Deal für Schweizer Verkäufer besonders attraktiv – mit zwei wichtigen Einschränkungen: die indirekte Teilliquidation (wenn der Käufer innerhalb von fünf Jahren nicht betriebsnotwendige Substanz ausschüttet, die beim Verkauf schon vorhanden war) und die Transponierung (Verkauf an eine selbst beherrschte Gesellschaft). Beide können den steuerfreien Gewinn nachträglich steuerbar machen. Ein Asset Deal löst dagegen Gewinnsteuern auf Stufe Gesellschaft und bei anschliessender Ausschüttung Einkommenssteuern aus.
Beim Verkauf von GmbH-Anteilen aus dem Privatvermögen greift das Teileinkünfteverfahren: 60 Prozent des Gewinns werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat, kann einmal im Leben einen Freibetrag und einen ermässigten Steuersatz nach § 16 und § 34 EStG beanspruchen – allerdings nur bis zu bestimmten Gewinngrenzen, die für die meisten Verkäufe im Mittelstand längst überschritten sind. Wird über eine Holding verkauft, sind 95 Prozent des Gewinns steuerfrei, solange er in der Holding bleibt. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen gelten andere Regeln.
Diese Hinweise ersetzen keine Steuerberatung. Wir arbeiten in jedem Verkaufsprozess mit dem Steuerberater des Verkäufers zusammen und holen bei Bedarf ein steuerliches Ruling ein.
Die Kosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen: M&A-Beratung, rechtliche Beratung und steuerliche Beratung. M&A-Berater arbeiten in der Regel mit einer Erfolgsprovision von 2 bis 5 Prozent des Transaktionswerts, bei kleineren Transaktionen mit einer Mindestprovision, teilweise ergänzt um einen monatlichen Retainer, der bei Erfolg angerechnet wird. Anwalts- und Steuerkosten hängen vom Umfang ab; für einen Kaufvertrag im Mittelstand sind 20'000 bis 60'000 Franken oder Euro ein realistischer Rahmen.
Die Frage ist weniger, was der Prozess kostet, als was er bringt. Ein strukturierter Prozess mit mehreren Bietern erzielt in unserer Erfahrung Preise, die 15 bis 30 Prozent über dem liegen, was ein einzelner Käufer bezahlt hätte – und er verkürzt die Due Diligence, weil die Unterlagen von Anfang an vollständig sind.
Wir haben in den vergangenen Jahren über hundert Transaktionen im deutschsprachigen Mittelstand begleitet – lange Zeit auf der Käuferseite, als Investoren für Unternehmensgruppen im Bereich Gebäudetechnik, Dienstleistung und Gesundheit. Diese Erfahrung ist der Grund, warum wir heute Verkäufer beraten: Wir wissen, wie Käufer rechnen, wo sie Abschläge suchen und welche Argumente sie überzeugen.
Ein Verkaufsmandat bei uns beginnt mit einer ehrlichen Einschätzung: Ist das Unternehmen verkaufsbereit, was ist realistisch, welche Käufergruppen kommen in Frage. Erst danach entscheiden Sie, ob Sie den Prozess starten. Durch unser Netzwerk von über zwanzig Käufern mit unterzeichneter Vereinbarung können wir in vielen Fällen innerhalb weniger Tage sagen, ob konkretes Interesse besteht – bevor ein Memorandum geschrieben ist.
Kontakt
Sie denken über einen Verkauf nach und möchten wissen, was realistisch ist? Im Erstgespräch geben wir Ihnen eine ehrliche Einschätzung zu Verkaufsbereitschaft, Wertbandbreite und passenden Käufergruppen – ohne Verpflichtung.
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